De Onlanden – „nutzlos, aber unverzichtbar“

De Onlanden – „nutzlos, aber unverzichtbar“

Durch kleine Deiche und schmale Pfade streifen Sie mitten durch das sogenannte „Onland“. Dieses Land galt lange als unbrauchbar – zu nass, oft sogar klatschnass.

Gerade deshalb wurde es zur neuen Natur. Eine Möwenkolonie siedelte sich an, der Fischotter kehrte zurück – und mit etwas Glück hört oder sieht man hier die Rohrdommel oder sogar den Seeadler.

Die Eelder- und Peizermaden bilden den Übergang vom höher gelegenen Drentschen Plateau zum tiefer liegenden Groninger Meeresklei-Gebiet. Es handelt sich um ein Niedermoorgebiet, das entstand, weil das Wasser der Drenther Bäche hier ins Stocken geriet, bevor es seinen Weg zum Wattenmeer fortsetzen konnte. Der Einfluss von Salzwasser und Gezeiten führte zur Ablagerung von Meeresklei- und Tonlagen. Dadurch entstanden sogenannte Quellzonen, in denen sich allmählich eine offene, nasse Weidelandschaft entwickelte – das, was man heute als Wetlands bezeichnet.

Das Wort Made ist mit dem englischen meadow und dem Verb mähen verwandt. Die schwer zu bewirtschaftenden Flächen standen regelmäßig unter Wasser. Nur im Sommer, wenn es trocken genug war, konnte das Gras gemäht werden. Die ehemaligen Madeländer im Norden Drenthes gehören heute zu De Onlanden. „Onland“ lässt sich dabei sinngemäß als „unbrauchbares“ oder „nicht nutzbares“ Land verstehen.

Trockene Füße für Groningen

In der Vergangenheit hatte die Stadt Groningen mehrfach mit Hochwasser zu kämpfen. Bei starken Regenfällen floss das Wasser von den Bächen des südlich gelegenen Drentschen Plateaus zu schnell in Richtung Stadt. Ende der 1990er-Jahre kam es zu massiven Überschwemmungen; sogar das Groninger Museum war akut bedroht – nur knapp blieb eine Überflutung aus.

Da die Wasserproblematik überall in den Niederlanden zunimmt, verband Natuurmonumenten, der niederländische Verein für Natur- und Landschaftsschutz, zwischen 2010 und 2012 die Entwicklung neuer Natur mit der Einrichtung großräumiger Wasserretentionsflächen in De Onlanden. Dadurch wurde das Risiko unerwünschter Überschwemmungen deutlich verringert. In den kommenden Jahren soll die Aufnahmekapazität weiter erhöht werden, unter anderem durch eine Anhebung des maximalen Wasserstandes.

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Die Onlanden

Die Onlanden sind ein ausgedehntes Feuchtgebiet (Wetland). Da die Landwirte hier über Jahrhunderte hinweg immer wieder mit Wasserüberschuss zu kämpfen hatten und die Böden nur geringe Erträge lieferten, bot sich die Möglichkeit, dem Gebiet eine neue Bestimmung als Naturraum zu geben. Das Moor- und Wiesengebiet wird vom Leekstermeer und vom Paterswoldsemeer begrenzt. Um das Jahr 2010 begann die großräumige Neugestaltung der Eelder- und Peizermaden.

Heute umfassen die Onlanden eine Fläche von der Größe von etwa 3.500 aneinandergereihten Fußballfeldern. Weite, raue Feuchtwiesen und Moorwälder prägen das Landschaftsbild. Von hier aus eröffnet sich der Blick auf die Skyline der Stadt Groningen, während das Gebiet zugleich ein wahres Eldorado für Sumpfvögel, Fischotter und Rehe ist. Für zahlreiche besondere Tierarten bietet es einen idealen Lebensraum.

Reich an Vogelarten
Het moerasachtige gebied is een paradijs voor veel vogelsoorten. Inmiddels is er een grote meeuwenkolonie gevestigd. De hier veel voorkomende grote zilverreiger is onbetwist het icoon van De Onlanden. Maar ook snor, waterral, koekoek, baardmannetje, grote karekiet, zwartkopmeeuw, kokmeeuw, stern, geoorde futen, kwartelkoning, de blauwborst en de sprinkhaanzanger kun je af en toe horen. Met wat geluk zie of hoor je de roerdomp als je door het gebied loopt.
De otter is een graag geziene gast in De Onlanden. Dit prachtige zoogdier is terug van weggeweest en voelt zich hier prima thuis.

Das moorige Gebiet ist ein Paradies für viele Vogelarten. Inzwischen hat sich hier eine große Möwenkolonie angesiedelt. Der Große Silberreiher gilt als unangefochtenes Wahrzeichen der Onlanden. Darüber hinaus lassen sich hier – oft eher hörend als sehend – Vogelarten wie Schwirl, Wasserralle, Kuckuck, Bartmeise, Drosselrohrsänger, Schwarzkopfmöwe, Lachmöwe, verschiedene Seeschwalben, Ohrentaucher, Wachtelkönig, Blaukehlchen und der Feldschwirl beobachten.

Mit etwas Glück hört oder sieht man beim Durchstreifen des Gebietes auch die Rohrdommel, deren dumpfer Ruf weit über das Schilf trägt.

Der Fischotter ist ebenfalls ein gern gesehener Bewohner der Onlanden. Dieses beeindruckende Säugetier ist nach langer Abwesenheit zurückgekehrt und fühlt sich in der nassen, ruhigen Landschaft sichtlich wohl.

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20230518_161909 DSC52356 Oerwold Sandebuur © LH Schepers

‘De Onlanden’

„De Onlanden – ein Name, der zum Nachdenken anregt. On-landen: Land, mit dem man eigentlich nichts anfangen konnte – unbrauchbares Land. Über Jahrhunderte war dies ein nasses, sumpfiges Gebiet, auf dem dort, wo es einigermaßen trocken war, ein paar Kühe weideten und etwas Heu geerntet wurde. Ein Übergangsraum zwischen den sandigen Böden Drenthes und den tiefer liegenden Meeresklei-Gebieten, in den zeitweise sogar salzhaltiges Wasser aus dem Wattenmeer vordrang.

Heute ist dieses Gebiet ein wahres Eldorado für Sumpfvögel – von der Rohrdommel bis zum Blaukehlchen, sie alle sind hier vertreten, und das in großer Zahl. Für diese Bewohner sind die Onlanden ganz sicher kein ‚Onland‘.

Das Gebiet hat inzwischen eine wichtige neue Funktion erhalten: Es dient als Wasserrückhaltegebiet bei extremen Niederschlägen – damit die Stadt Groningen trockene Füße behält. Zu diesem Zweck wurde ein Deich angelegt, und so konnte sich das Moorgebiet entwickeln. Davon profitieren all diese Vögel. Haben Sie den Seeadler oder den Fischadler schon gesehen?

Sie gehen jetzt auf dem Deich, der das Moor umschließt, und blicken hinaus auf eine außergewöhnlich reiche Natur. Genießen Sie diesen Moment – und machen Sie sich zugleich die Verletzlichkeit dieses Gebietes bewusst. Bleiben Sie bitte auf den Wegen, und an alle Hundebesitzer: Hunde an die Leine!

Ich wünsche Ihnen eine schöne Wanderung,

Boswachter Corné Joziasse

Staatsbosbeheer, die staatliche Forst- und Naturschutzbehörde der Niederlande