Norddrenther Anwesen
Eelde–Paterswolde ist bekannt für seine stattlichen Anwesen mit eindrucksvollen Herrenhäusern, weitläufigen Parks und parkartigen Wäldern. Tauchen Sie ein in eine Landschaft, die von historischem Wohlstand und landschaftlicher Schönheit geprägt ist.
Der Gürtel historischer Anwesen von Eelde–Paterswolde umfasst zahlreiche repräsentative Häuser, eingebettet in waldreiche Parklandschaften. Die Anwesen liegen auf dem höher gelegenen Tynaarlo-Rücken, einem Sandrücken, der parallel zur Hondsrug verläuft. Diese Höhenzüge entstanden während der Saale-Eiszeit vor etwa 150.000 Jahren, als gewaltige Eismassen aus nordwestlicher Richtung über den Norden der Niederlande hinwegzogen.
Das Zusammenspiel aus Gletscherdruck und mächtigen Schmelzwasserströmen formte ein System langgestreckter, paralleler Sand- und Hügelrücken, sogenannte „mega flutes“. Der Hondsrug ist der bekannteste und höchste dieser Rücken. Auch der Rolder Rücken und der Tynaarlo-Rücken entstanden durch Unterschiede in der Mächtigkeit des Eises: Wo das Gletschereis besonders dick war, grub es tiefe Rinnen in den Untergrund, während in Bereichen mit dünnerem Eis Sandablagerungen zurückblieben.
In den stattlichen Häusern lebten ursprünglich einflussreiche Drenther Familien. Die Nähe zur Stadt Groningen mit ihren wohlhabenden Bewohnern – vom hohen Militär über Kaufleute bis hin zu Verwaltungsbeamten – spielte eine wichtige Rolle für die Entwicklung dieser Reihe von Anwesen bei Eelde–Paterswolde. Wenn eines der „Häuser von Stand“ zum Verkauf stand, waren die vermögenden Städter meist schnell zur Stelle.
Landgoed De Braak
Das Anwesen De Braak in Paterswolde besteht aus einem reizvollen Parkwald mit Teichen, imposanten alten Bäumen und kleinen, von Wiesen umgebenen Lichtungen. Der Parkwald wurde im 19. Jahrhundert vom Gartenarchitekten Roodbaard im Stil des englischen Landschaftsgartens entworfen. Im Frühjahr stehen die Flächen vor dem Herrenhaus De Braak voller blühender Stinsenpflanzen, typischer Frühjahrsblüher historischer Anwesen. Ein Irrgarten und eine sogenannte Berceau machen diese Parkanlage besonders attraktiv.
Charakteristisch sind die geschwungenen Wege, gezielten Sichtachsen und die elegant angelegten Teiche. Auf De Braak findet man eine Berceau – einen Laubengang aus Buchen, deren Kronen miteinander verflochten sind – sowie einen Irrgarten. Dieser Hainbuchen-Irrgarten liegt im Parkwald und gilt möglicherweise als der älteste Heckenirrgarten der Niederlande. Vermutlich befand sich hier bereits im Jahr 1825 ein Irrgarten, auch wenn die heutige Anlage erst später realisiert wurde. Die rund 3.000 Hainbuchenpflanzen des heutigen Labyrinths stammen aus dem Jahr 1986, als der Irrgarten grundlegend erneuert wurde. In seiner Mitte befindet sich eine offene Fläche mit einer Sitzbank – ein ruhiger Ort zum Verweilen.
Landgoed Vennebroek
Das Anwesen Vennebroek geht auf das Jahr 1848 zurück und umfasst neben der Havezate – einem historischen Adelssitz des Drenther Landadels – unter anderem das Naturschutzgebiet Friese Veen. In unmittelbarer Nähe des Herrenhauses Vennebroek liegt ein von alten Buchen und Kastanien umgebener Teich. Der älteste Baum des Anwesens steht seit über 300 Jahren aufrecht und beeindruckt mit einem Stammumfang von 4,7 Metern.
Vennebroek besitzt einen besonders schönen Parkwald, der zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt – vorbei an Wiesen sowie majestätischen Buchen- und Eichenalleen. Im Frühjahr begleiten einen hier die Stimmen vieler Vogelarten: Rotkehlchen, Grünspecht, Pirol, Kleiber und Trauerschnäpper sind regelmäßig zu hören. Seit diesem Jahr (2025) hat hier sogar der Seeadler gebrütet – ein eindrucksvoller Beleg für den hohen Naturwert dieses besonderen Anwesens.
Huis Weltevreden
Das Huis Weltevreden entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts, nachdem das Friesche Veen – auch bekannt als Friese Veen oder Friescheveen – samt dem unmittelbar angrenzenden Gelände verkauft worden war. Der neue Eigentümer ließ das Haus in den Jahren 1909 bis 1910 am westlichen Ufer des Friesche Veens errichten.
Landgoed Lemferdinge
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Bereits im Jahr 1447 wird der „hof tho Lemferdinck“ in einer Heiratsurkunde erwähnt. Wie lange das Anwesen zu diesem Zeitpunkt al bestand, ist jedoch nicht bekannt. Das Herz des Anwesens bildete einst ein großes adliges Haus: Huis Lemferdinge, umgeben von einem Wassergraben mit Zugbrücke, zwei sogenannten Schatthäusern (Speicher- und Wirtschaftsgebäuden), einem Garten, Waldflächen und Wiesen.
Vom einst weitläufigen Anwesen sind heute nur noch das westliche Schatthaus sowie der Garten erhalten geblieben. Das Herrenhaus wurde im Jahr 1720 verkauft, um die nach dem Tod der Ehefrau des Besitzers aufgelaufenen Schulden zu begleichen. Nach einem erneuten Verkauf im Jahr 1790 gelangte das Anwesen in den Besitz des Generalleutnants Dumonceau. Seine Familie bewohnte das Haus jedoch nur unregelmäßig und verließ es schließlich 1806, woraufhin es jahrelang leer stand.
Die lange Zeit des Leerstands setzte dem Gebäude stark zu. Zudem richteten schwere Unwetter am 9. November 1800 sowie im Sommer 1811 erhebliche Schäden an. Als das Haus im Jahr 1811 erneut verkauft wurde, befand es sich in einem desolaten Zustand und wurde kurz darauf abgebrochen – mit Ausnahme des westlichen Schatthauses, das heute den Namen Lemferdinge trägt.
Im Laufe der Zeit wurde auch das umliegende Anwesen parzelliert und aufgeteilt. Dennoch erinnert der verbliebene Baukörper bis heute an die lange und wechselvolle Geschichte dieses einst bedeutenden Adelssitzes.
Landgoed de Duinen
Das Anwesen De Duinen entstand – ebenso wie das benachbarte Anwesen Vosbergen – im Jahr 1811, als das Anwesen Lemferdinge parzelliert und in Teilen verkauft wurde. Der Name passt gut zum sanft gewellten Gelände. Die Dünen innerhalb des Anwesens gehen auf die letzte Eiszeit zurück.
Bereits im 18. Jahrhundert ist in den Quellen von der „Duinekamp“ bei Lemferdinge die Rede. Der Park ist geprägt von geschwungenen Wegen, gezielten Sichtachsen und Teichen, die von Rhododendren gesäumt werden. Besonders auffällig ist der Teich hinter dem Huis De Duinen, der die Form eines Fisches besitzt – ein überraschendes und spielerisches Detail in dieser historischen Parkanlage.
Landgoed Vosbergen
Das Anwesen Vosbergen geht auf die Zeit um 1900 zurück. Das Ehepaar Kraus-Groeneveld erwarb im Jahr 1890 einen Bauernhof mit angrenzendem Wald. Der Hof wurde später zu der heutigen Villa ausgebaut, und das Anwesen wuchs schließlich auf eine Fläche von rund 110 Hektar an. Für die Verwaltung und den Erhalt des Geländes ist heute die Kraus-Groeneveld Stiftung zuständig.
In der Villa Huis Vosbergen ist ein Museum untergebracht, das eine umfangreiche Sammlung von Musikinstrumenten beherbergt. Die Sammlung umfasst sowohl westliche als auch außereuropäische und mechanische Instrumente – von Geigen bis zu Serpentinstrumenten, Drehleiern, Gitarren, Klarinetten, Oboen, Klavieren und Akkordeons.
Das Anwesen Vosbergen ist Teil des sogenannten Landgürtel von Eelde, der aus den historischen Anwesen De Braak, Vennebroek, Lemferdinge, De Duinen, Vosbergen und Oosterbroek besteht. Zusammen mit dem angrenzenden Polder Lappenvoort und dem Friesche Veen bilden diese Anwesen ein ausgesprochen attraktives Wandergebiet mit einer vielfältigen Flora und Fauna.
Weitere Anwesen
Havezate Oosterbroek & Huis Hooghullen
Die Havezate Oosterbroek bestand bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Das Anwesen wurde im Stil des englischen Landschaftsgartens angelegt. Das Herrenhaus wurde einst auf einen höher gelegenen Sandrücken versetzt und diente anschließend als Landsitz. Der Park erhielt eine klassisch-symmetrische Gestaltung mit geradlinigen Alleen – den heutigen Molenlaan und Kerklaan –, einem sogenannten Sterrenbos (Sternwald) sowie einem Küchengarten.
Zur Havezate Oosterbroek gehört auch das Huis Hooghullen, das im Jahr 1870 in neugotischem Stil auf dem Anwesen errichtet wurde. Im Jahr 1890 ging das Gebäude in den Besitz der Vereniging ter bevordering van het herstel van drankmisbruik, eines niederländischen Vereins zur Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs, über.